Zur Entspannung in den Wald – Waldbaden

Achtsamkeit und Entschleunigung – nur Modeworte?

Und entspannen kann ich doch auch auf der Couch, warum sollte ich in den Wald gehen?

Abseits von Smartphone, Tablet & Co gibt es im Wald eine Reizunterbrechung und der Mensch kann sich wieder auf das Hier und Jetzt besinnen. Auf der Couch würde uns noch einfallen, dass wir die Waschmaschine anmachen müssten, oder doch nochmal kurz was im Handy recherchieren, dann klingelt das Handy, mit einer Nachricht vom Kollegen, der an den Geburtstag von der Kollegin erinnert.. die Liste ist endlos lang. Unsere Gedanken wären sehr wahrscheinlich nicht da wo wir uns eigentlich befinden, nämlich auf der Couch.

Im Wald hätten wir eine Pause von genau diesem Alltag. Den Gedankenblitzen, die hier und da auftauchen und uns daran hindern uns zu fokussieren. Fokus ist der erste Schritt zur Achtsamkeit. Eine Zen-Weisheit sagt: „Wenn du trinkst, trinke, wenn du gehst, gehe“ und beschreibt mit nur ein paar Worten was es heißt zu fokussieren. Nämlich nur eine Sache zu einer Zeit zu tun. All diese zuvor beschriebenen Gedanken bestimmen zwar unsere Gegenwart, aber sie sind nicht Teil des gegenwärtigen Moments, sie verführen uns sogar dazu, unserer Vergangenheit oder Zukunft größere Aufmerksamkeit zu schenken als dem Hier und Jetzt. Also genau dieser einen Sache, die wir in einem Moment tun. Das ist genau das, was uns Energie kostet, Stress auslöst und uns sogar teilweise blockiert. Wenn wir uns jedoch fokussieren, befinden wir uns in der Gegenwart, in dem Hier und Jetzt.

Die Gedanken sind frei

Im Wald können wir uns von diesem anstrengenden Multitasking verabschieden und uns dem wesentlich entspannterer Monotasking zuwenden. Wir können unsere Gedanken fließen lassen und es fühlt sich tatsächlich freier an. Der Wald ist der ideale Raum Achtsamkeit zu üben, denn achtsames Leben muss geübt werden, immer und immer wieder. Mit Hilfe des Waldes schafft es der Mensch aus seinem Muster „höher, schneller, weiter“ auszusteigen. Auch wenn Achtsamkeit irgendwann wieder aus der Mode gekommen sein wird, wissen wir, was das Wesen und der Sinn dieses Wortes ist.

Das selbe gilt für die Entschleunigung, ein Begriff, der überall zu lesen ist. Ein Modewort, aber was heißt es? Entschleunigen bedeutet nicht alles langsam zu machen. Es geht eher darum, herauszufinden, was uns gut tut, wenn wir das Tempo herausnehmen. Stell dir vor, du befindest dich in deinem Hamsterrad, rennst von A nach B, vor uns zurück, irgendwann verlierst du die Richtung und den Blick für das Wesentliche, umso schneller du rennst. Wenn du dich jedoch langsam in die Mitte dieses Rades bewegst, wird das Rad langsamer werden und du wirst leichter Ordnung in den Alltag bringen können. Klare Gedanken fassen können. Es ist das Finden der inneren Balance. Wenn du es eilig hast, gehe langsam.

Die Seele sagte zum Körper: „Geh du vor, auf mich hört er nicht.“

Dieses Klären und Verlangsamen unserer Gedanken, hilft unserem Geist gesund zu bleiben und letztendlich wird das unser Körper dankend annehmen. Denn Geist und Körper sind miteinander verbunden. Wenn wir uns psychisch und geistig permanent überfordern, werden wir es oftmals erst merken, wenn wir zum Arzt gehen und uns über Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder ähnliches beklagen. Um das zu vermeiden, unterstützt uns die Entschleunigung dabei, aus unserem Hamsterrad auszusteigen und langfristig gesund zu bleiben.

Chemische Reaktionen unseres Körpers während des Waldbadens

Nicht nur unsere Verhaltensänderung bewirkt eine positive gesundheitliche Veränderung, sondern auch die schadstofffreie Luft im Wald, die für uns Menschen gesundheitsfördernd ist. Im Wald schwirren 99% weniger Staubteilchen herum als in der Stadt. Die Naturfarben grün und braun wirken auf uns beruhigend. Im medizinischem Bereich werden seit Jahren bereits Naturbilder eingesetzt, um beruhigend auf Patienten einzuwirken. Helles grün wirkt als Farbe frisch und vermittelt uns ein Gefühl von Freiheit. Die Naturgeräusche im Wald, das Rauschen der Blätter, das Zwitschern der Vögel, stimmen uns fröhlich.

Nachweislich wurde erforscht, dass im Wald unsere Stresshormone, Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin, sinken und wir uns entspannen. Der Parasympathikus, unser sogenannter Ruhenerv wird aktiviert, unsere Pulsfrequenz sinkt und unsere Schlafqualität verbessert sich nachhaltig. Wir folgen dem Urinstinkt des Menschen – wir kehren zurück zu unseren Wurzeln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.